2025 04 26 Der Start in die neue Bergsaison

 

Hallo liebe Bergfreunde,

die neue Sommer-Wandersaison steht vor der Tür und dazu möchte ich Euch ein paar Tipps mit auf den hoffentlich gesunden und unfallfreien Weg geben:

In den Städten stehen die Bäume bereits in Vollblüte, der Rasen wird bereits gemäht und die "Schanigärten" vor den Lokalen beginnen sich mit sonnenhungrigen Menschen zu füllen...

Auf den Bergen allerdings liegt teilweise noch meterhoch der Schnee. Insbesondere an den Nordhängen sind die Bedingungen noch sehr winterlich.

Steige und Markierungen sind oftmals nicht sichtbar. Bei Klettersteigen oder versicherten Routen sind die Sicherungsseile noch unter Schnee und Eis verborgen, wodurch eine Sicherung erschwert oder unmöglich ist. Dadurch besteht die sehr große Gefahr des Versteigens und Absturzgefahr durch nicht mögliche Selbstsicherung.

Näheres zu Einsatzberichten z.B. der Bergrettung Reichenau an der Rax findet Ihr hiert: 

Zudem ist es leider sehr oft so, dass man sich zwar für den Winter vorgenommen hat, Wanderungen mit Schneeschuhen zu machen, aber entweder hatte man keine Zeit, das Wetter war zu schlecht..., Ihr kennt die unterschiedlichsten Gründe vermutlich genau so gut wie ich.

Und jetzt im Frühling? Hand aufs Herz, wie sieht es mit Eurer Kondition aus?

  • Schaffe ich es, eine Treppe mit 20-25 Stufen im schnellen Schritt nach oben zu gehen, ohne total außer Atem zu kommen?

  • Schaffe ich es, 10 bis 15 tiefe Kniebeugen zu machen?
  • Wie verhalten sich meine Kniegelenke, wenn ich eine steilere Wiese oder eine längere Auffahrt nach Unten gehe?

 

Nun, was kann das für uns am Berg bedeuten?

Die Wanderung oder Bergtour, welche wir im vergangenen Herbst noch problemlos gemeistert haben, könnte jetzt zu einer gefährlichen Herausforderung werden!

Unser Körper, unsere Muskeln sind es nicht mehr gewöhnt, längere Wegstrecken, größere Anstiege, besonders Abstiege zu meistern. Wir kommen nach kurzer Zeit außer Atem, die Knöchel machen sich bemerkbar, unser Schritt wird unsicher. Die Waden und Oberschenkel beginnen zu "brennen" und können uns nicht mehr ausreichend sicher heben. Das Wegstrecken/Zeit Verhältnis stimmt nicht mehr und wir kommen vielleicht sogar in die Dunkelheit!

 

Macht jetzt nicht den gefährlichen Fehler, dass Ihr Euch mit einer Aufstiegshilfe (Zahnradbahn, Seilbahn, Sessellift) auf den Berg bringen lässt und dann zu Fuß herunter geht. Es klinkt ja angenehm entspannt, aber...

Die Oberschenkel sind nicht trainiert und jeder Schritt würde die Knie außerordentlich belasten. Der Druck auf den Kniegelenksknorpel ist bei untrainierten Oberschenkelmuskeln dermaßen groß, dass langwierige Schäden entstehen können, Ihr aber zumindest den Abstieg nicht mehr schafft.

 

Fit in die Berge und nicht fit durch die Berge!

Damit möchte ich zum Ausdruck bringen, dass, wenn Du keine Kondition hast und glaubst durch Berggehen eine Kondition aufbauen kannst, kann das gefährlich werden.

Daher ist ein Training im leicht hügeligem Gelände oder in einem Fitnessstudio unumgänglich.

 

Mein Tipp dazu:

Nimm Deinen Rücksack, befülle ihn mit max. 2 kg und suche Dir eine Wegstrecke von ~ 2 km und einem Höhenunterschied von ca. 150hm. Mit gutem Schuhwerk ausgerüstet startest du Deine Wanderung.

Gehe zügig Deinem Ziel entgegen. Bleib nicht stehen, achte auf Deinen Atem (Du solltest so schnell gehen, dass du dich noch unterhalten könntest)

Die Zeit für diese Strecke sollte unter einer Stunde liegen. Nicht nur Steigungen, sondern auch Gefälle soll zügig gegangen werden!

Das Ziel ist die gesamte Wegstrecke, hin und zurück, in einer Stunde zurückzulegen.

 

Wiederhole diese Übung 2 bis 3 mal pro Woche und dem Spaß am Berg steht nichts mehr im Wege.

 

Im nächsten Blog berichte ich Euch über Wanderstöcke. Dabei wird die Kraft von den Beinen teilweise in die Arme verlagert.

 

Bis dahin, gutes, unfallfreies Wandern.

Euer Bergferdl